

Fotos: Barbara Zoschke und Schüler*innen der Erich Kästner-Gesamtschule; ©GREND
„Ein Raum der Literatur. Einer der warm, herzlich und offen ist. Wo Menschen jeden Alters Autor:innen begegnen und selbst kreativ werden können. Mit einem Wort: ein Ort der Poesie.“, so wird Artur Nickel, der nicht nur selbst Autor und Literaturvermittler, sondern auch ehemaliger Lehrerkollege der Erich Kästner Gesamtschule ist, auf der Homepage des Kulturhauses Grend zitiert.
Gegen Ende des letzten Jahres kam erst die Idee auf, mit zwei achten Klassen zu einer Lesung in das Kulturzentrum Grend zu kommen, denn Lesungen von Kinder- und Jugendbuchautor:innen sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil unserer kulturpädagogischen Arbeit. Und so kam es, dass die 8e und 8f unserer Schule am Donnerstag, den 15.01.2026, die gewohnten Unterrichtsräume verließen und einen Kurztrip zum Kulturzentrum Grend machten. Sichtlich beeindruckt von dem großen Backsteingebäude, an dem sie sonst nur mit dem Bus vorbeifahren, betraten sie das Traditionshaus, das in Steele und darüber hinaus seit vielen Jahren als Ort von namhaften Kulturveranstaltungen und des Bildungswerkes Grend bekannt ist. Dort wurden wir sehr herzlich von Artur Nickel, der Geschäftsführerin des Grend Gemma Russo-Bierke und der Autorin Barbara Zoschke im literarischen Wohnzimmer empfangen. Die dann folgenden 60 Minuten vergingen wie im Flug. Gespannt und sichtlich beeindruckt hörten die Achtklässler der Autorin zu, die nicht nur alle neugierigen Fragen der Schüler:innen beantwortete, sondern auch aus dem Nachwort zu ihrem Buch „Einmal im Leben“ vorlas und von ihrer ersten Idee bis hin zur Herausgabe des Buches berichtete. Dann wurde gemeinsam über das Thema „Wünsche haben“ philosophiert und diskutiert. Die Schüler:innen, welche sich zuerst neugierig zurückhaltend und schüchtern zögerlich verhielten, waren durch den sehr empathischen Umgang von Barbara Zoschke bald alle ins Boot geholt und so war es nicht erstaunlich, dass der Stift in der anschließenden eigenen Schreibphase nur so über das Papier flitzte. „Einmal im Leben möchte ich…“, diesen Satz galt es zu vervollständigen und so entstanden sehr persönliche, individuelle, autobiographische, kreative und zum Teil tief bewegende Texte, die nach nur 10 Minuten fertig waren und in der anschließenden gemeinsamen Runde sogar stolz vorgelesen wurden. Auf dem Rückweg zur Schule und sogar im anschließenden Unterricht hörte ich immer wieder Schüler:innen, die über diesen Kurztrip sprachen und sich über das Thema „Wünsche haben“ austauschten. Projekte wie dieses sind wie kleine Diamanten im pädagogischen Schulalltag, weil sie so viele Ziele auf den unterschiedlichsten Ebenen erfüllen. Die Veranstaltung hat an diesem Tag ein LITERATURERLEBNIS für alle geboten, weil in nur 60 Minuten Raum und Platz für Literatur geschaffen wurde.
Sandra Siebert (Deutschlehrerin an der EKG)
Mehr Informationen zu dem GREND Wohnzimmer finden Sie hier: Wohnzimmer/Wintergarten
Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW durch Soziokultur NRW.




