Erst stirbt die Kultur, dann die Stadt. Stoppt die Kürzungen bei der freien Kulturszene Essen – Petition

Essen steht vor massiven Kürzungen der freien Kulturszene – mit nachhaltigen Folgen für kulturelle Vielfalt, künstlerische Produktion, Stadtteilarbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für den Haushalt kaum spürbar, für die Kultur entscheidend. Noch kann der Kulturausschuss dies stoppen. Jetzt unterschreiben und ein starkes Zeichen setzen: Rettet Essens kulturelle Vielfalt!

Hintergrund:
Die freie Kulturszene in Essen steht unter Druck. Nach den aktuellen Planungen der Verwaltung drohen bei der institutionellen Förderung freier Kultureinrichtungen Kürzungen in Höhe von 10 bis 12 Prozent; zugleich ist für den Doppelhaushalt 2027/28 mit weiteren Einschnitten zu rechnen. Die Lage der Kulturförderung in der Stadt Essen ist schon jetzt so ernst, dass die Kulturamtsleitung (die fachliche Leitung der städtischen Kulturverwaltung) öffentlich von einer „roten Laterne“ im interkommunalen Vergleich gesprochen hat (WAZ vom 13.03.2026). Dennoch soll am 06.05.2026 über diese Kürzungen im Kulturausschuss abgestimmt werden.
 
Wir wenden uns entschieden gegen die Kürzungen und fordern die Stadt Essen, den Kulturausschuss und den Oberbürgermeister auf:
 

  • die geplanten Kürzungen bei der institutionellen Förderung freier Kultureinrichtungen zu stoppen;
  • auch im Doppelhaushalt 2027/28 keine zusätzlichen Kürzungen bei der Förderung der freien Kulturszene vorzunehmen;
  • die kulturelle Infrastruktur in den Stadtteilen zu sichern und zu stärken
  • die kulturelle Vielfalt als unverzichtbare Grundlage für eine lebenswerte Stadt anzuerkennen.

Die finanzielle Lage der freien Szene Essen spitzt sich zu. Die Kürzungen werden langfristig gewachsene Strukturen zerstören, in diesem Jahr und im Doppelhaushalt 2027/28. Es geht um 150.000-160.000 EUR, die in der Förderung freier Essener Kulturinstitutionen eingespart werden sollen. Für den Stadthaushalt bedeutet diese Summe kaum eine Erleichterung, für die freie Essener Kultur ist sie existenzbedrohend!
 
Der Kulturausschuss kann diese Kürzungen abwenden. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen.
 
Wir sagen: Stoppt die Kürzungen 2026 – und verhindert weitere Einschnitte im Doppelhaushalt 2027/2028!

Begründung

Wir sind als Vertreter*innen und Teil der freien Kulturszene direkt betroffen. Betroffen sind damit auch viele Essener Bürger*innen. Die Einrichtungen, Räume, Projekte und Netzwerke, mit denen wir und viele andere seit Jahren arbeiten, stehen durch die geplanten Kürzungen massiv unter Druck.
 
Betroffen sind unter anderem:
 
·       Ensemble Ruhr gUG
·       JOE – Jazz Offensive Essen e.V.
·       Kulturzentrum GREND e.V.
·       Kunsthaus Essen e.V.
·       Maschinenhaus Essen (Carl Stipendium e.V.)
·       Rabbit Hole Theater
·       SZENE 10 e.V.
·       Übehaus Kray e.V.
·       Zeche Carl (AUF CARL gemeinnützige GmbH)
·       … und viele mehr

Die Kürzungen treffen die freie Kulturszene Essens in ihrer gesamten Breite – von Spielorten und Produktionshäusern über Stadtteilkulturzentren bis hin zu freien Initiativen, Projekten, Netzwerken und Akteur*innen.
 
Unsere Arbeit vor Ort in den Stadtteilen, die Arbeit für und mit Kindern, Jugendlichen, Kitas, Schulen, Erwachsenen, Senior:innen; Angebote, Einrichtungen, Arbeitsplätze, Räume der Begegnung, Netzwerke, die Erschaffung, Produktion und Vermittlung von Kunst und Kultur – dies alles hängt davon ab, ob die Strukturen, die wir aufbauen, weiterhin existieren oder schrittweise abgebaut werden. Die persönliche Betroffenheit liegt also nicht nur in der unsicheren finanziellen Situation, sondern auch in der Sorge um die Räume und Angebote, die Menschen in ihrer Nachbarschaft schätzen.
 
Die institutionelle Förderung ist schon heute strukturell zu knapp bemessen. In den vergangenen Jahren wurde sie nicht dynamisiert, obwohl die Kosten für Mieten, Energie, Personal und Produktion deutlich gestiegen sind. Dadurch ist der reale Wert der Förderung bereits erheblich gesunken. Weitere Kürzungen würden die Situation nicht nur verschärfen, sondern existenzgefährdend machen.
 
Hinzu kommt: Freie Kultureinrichtungen in Essen werben zusätzlich Fördermittel von Land, Bund und Stiftungen ein. Diese Mittel setzen oft einen Eigenanteil voraus. Sinkt die kommunale Förderung, gefährdet das auch diese Drittmittel. Die geplanten Kürzungen hätten deshalb einen Schaden zur Folge, der weit über den unmittelbaren Haushaltseffekt hinausgeht und zu diesem in keinerlei Verhältnis steht.
 
Kultur ist keine verzichtbare Nebensache. Sie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und eine Grundlage für eine lebendige, offene Stadtgesellschaft.

Wer jetzt bei der freien Szene kürzt, gefährdet kulturelle Vielfalt, künstlerische Produktion und öffentliche Räume für Austausch und Verständigung.
 
Wer jetzt Kultur kürzt, baut systematisch die kulturelle Infrastruktur ab – und die Erfahrung zeigt: Was einmal gestrichen ist, kommt nicht zurück.